Business | Portraits

Gleichgültig, ob Sie Business-Portraits für eine Website oder Bewerbungsbilder machen – der angesagt Look ist der gleiche. En vogue ist gerade das Querformat verbunden mit einem engen Crop, auf den Kopfbereich, oft auch unter Anschnitt der Haare. Neudeutsch spricht man hier vom „Headshot“ Viele Fotografen verwenden dazu aufwendiges und teures Kinoflow-Kunstlicht, aber tatsächlich kann man solche Bilder auch einfacher aufnehmen.

Anne Funke

Die Szene und das Licht

Richtig aufwendig war bei diesem Shooting eigentlich nur das passende Zeitfenster und Lokation zu finden – schnell in der Mittagspause und in der Nähe sollte es sein. Wir haben einen Ort gesucht, an dem das Licht von oben abgeblockt wird, vorteilhaftes, frontales Licht vorherrscht und an dem man auch noch einen schönen, hellen Hintergrund mit Office-Charakter vorfindet. Helle Glas- und Stahlelemente machen sich immer besonders gut, denn sie liefern Reflexionen, die Unscharf zu den begehrten großen Zerstreuungskreisen werden. Hier mussten wir etwas tricksen und haben als Ersatz einen riesen Flachbildschirm verwendet, der für die entsprechenden Reflexionen gesorgt hat.

 

Anne Funke 2Für die Business-Bilder haben wir zusätzlich zum seitlichen Hauptlicht von unten einen faltbaren 60-cm-Reflektor eingesetzt. Er bewirkt eine Aufhellung der ausgeprägten Schatten und erzeugt auch die schönen Catchlights in den Augen. Das gelingt, wenn das Modell den Reflektor ihn selbst vor der Brust mit der Hand halten, er kann von einem Assistenten gehalten werden, auf dem Kamerakoffer liegen oder an einem Stativ befestigt werden.

Anne Funke 4Ein besonders großes Catchlight-Refexion erhält man, wenn man den Reflektor nahe ans Auge bringt. wenn er zu nah positioniert ist, kann die Wirkung aber auch leicht zu stark werden. Es entsteht dann unvorteilhaftes Unterlicht, das man aus dem Kino als Grusellicht kennt.

 

Business- oder Bewerbungsportraits gelingen auch mit natürlichem Licht ( Modell: Anne Funke)

In Frau Funkes einnehmenden, vertrauensvollem Lachen steckt der Spruch „Das kannste schon so machen, aber dann isses halt Kacke!“ Versuchen Sie bei einem Portraitshooting, solche Charakteristika ihres Gegenüber einzufangen.

Canon EOS 6D mit EF 70-200 f/4.0 |ISO 100 | f/3.5 | 1/200s

 

Die Ausrüstung und die Einstellungen

Im freien, gerade bei engen Kopfportraits, darf die Brennweite auch mal etwas länger werden. Verwendet haben wir hier mein gutmütiges 70-200 f/4 am Vollformat. „Gutmütig“, weil dieses Optik, leicht abgeblendet, zuverlässig, knackscharf ist, aber dennoch durch die lange Brennweite den Hintergrund wunderbar verschwimmen lässt. Die Bildstabilisierung tut ein Übriges zum Gelingen, und so ist die Ausbeute an perfekt scharfen Bildern hoch. Das ganze Shooting hat 20 min gedauert inkl. Aufräumen. Als weitere Ausrüstung kamen ein Stuhl und eine Fensterbank zum Einsatz, mit meiner Körpergröße von 1,71 schaffe ich sonst die von Oben-Perspektive nicht. Bin einfach zu klein für so manchen Job.

 

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